Seattle Police Logo (Credit: Seattle Police)

Dies ist Artikel 1 einer 3-teiligen Serie.

Die Anzahl der Fälle von Kindesmissbrauch ist explosionsartig gestiegen. Bei ihrer Mission, so viele Kinder wie möglich vor diesen verabscheuungswürdigen Verbrechen zu schützen, stehen Polizeibehörden wie das Seattle Police Department vor großen Herausforderungen.

Laut dem National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), einer privaten gemeinnützigen Organisation, die als nationale Clearingstelle und als Ressourcenzentrum für Informationen über vermisste und missbrauchte Kinder agiert, gingen 2019 mehr als 16,9 Millionen Meldungen in der CyberTipline ein.

Der Großteil der Meldungen bezieht sich auf:

  • Offenkundiges Kindesmissbrauchsmaterial
  • Online-Anstiftung, einschließlich sexueller Erpressung
  • Kinder-Sexhandel
  • Sexuelle Belästigung von Kindern

150.667 dieser Meldungen stammten aus der Bevölkerung, und 16,8 Millionen von Anbietern elektronischer Dienste.

Weltweit ist die Anzahl noch schockierender: So schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass 1,8 Millionen Kinder weltweit in Form von Prostitution oder Pornographie ausgebeutet werden.

Wie sich gezeigt hat, etwa im jüngsten Kriminalfall, in dem 39 Kinder in Georgien durch die Vereitelung von Kinderhandel gerettet wurden, ist bei solchen Fällen die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen unverzichtbar. Aus diesem Grund transformieren viele Behörden ihre Ermittlungsverfahren, um digitale Intelligenz im größten Umfang zu nutzen – Daten aus den ständig zunehmenden digitalen Quellen und Datentypen, die erfasst werden, etwa Smartphones, Computer und die Cloud. Digitale Intelligenz umfasst aber auch das Verfahren zur Nutzung dieser Daten für effizientere Ermittlungen der Behörden.

Diese Strategie beruht darauf, die richtigen Lösungen und geschultes Personal zur Verfügung zu haben, um forensisch fundiert auf Daten zuzugreifen und diese zu verwalten, aber auch darauf, mithilfe moderner Analyselösungen auf Basis von KI automatisch Datenberge zu durchforsten, um schnell zu wesentlichen Erkenntnissen zu gelangen. Diese können anschließend auf einfache Weise, sofern erlaubt, innerhalb von Abteilungen oder behördenübergreifend, sowohl landesweit als auch international, geteilt werden.

„Ein Ziel besteht darin, Kinder aufzufinden und zu retten, und anschließend die Verbrecher zu verfolgen und zu einer gebührenden Strafe zu verurteilen.“

In turbulenten Zeiten, in denen die hervorragende Leistung so vieler Exekutivbeamten durch die Handlungen einiger weniger Übeltäter überschattet werden, vergisst man schnell, wie viele Männer und Frauen täglich beispielhafte Arbeit leisten, um Kinder aus den Fängen skrupelloser Straftäter zu retten.

Die Internet Crimes Against Children Task Force (ICAC) ist ein Programm, dank dessen mehr Kindesmissbrauchsfälle schneller aufgeklärt werden konnten. Dieses nationale Netzwerk setzt sich aus 61 koordinierten Task-Forces in den USA zusammen, die mehr als 4.500 förderale, einzelstaatliche und lokale Strafverfolgungs- und Staatsanwaltsbehörden umfassen. Ihre Mission besteht darin, sich laufend an proaktiven und reaktiven Ermittlungen und Strafverfolgungen von Personen zu beteiligen, die über das Intenet Kindesmissbrauch und -ausbeutung betreiben. Dadurch bildet die ICAC, die bei der Aufklärung von Fällen umfassend auf DI setzt, die Speerspitze im Kampf gegen Kindesmissbrauch.

Logo des ICAC Internet Crimes Against Children Task Force Program (Bildnachweis: https://www.icactaskforce.org/)

Um herauszufinden, wie die ICAC arbeitet, haben wir uns vor Kurzem mit mehreren Strafverfolgungsbeamten des Seattle Police Department zusammengesetzt, die ihre Karriere der Bekämpfung von Kriminalität an Kindern widmen. Das Seattle PD agiert zu diesem Zweck auf mehreren Ebenen. Als führende Agentur des Bundestaats Washington ist sie für die Triage und Filterung aller von der NCMEC weitergeleiteten CyberTip-Meldungen zuständig, leistet aber auch Unterstützung außerhalb der Strafverfolgung. Darüber hinaus behandelt sie ICAC-bezogene Anfragen ausländischer Behörden oder Einheiten.

Rescuing children and prosecuting sexual predators are the primary goals for Captain Michael Edwards (Right), Statewide Commander for the Washington State ICAC Task Force.
Die Rettung von Kindern und die Verfolgung von Sexualstraftätern sind für Captain Michael Edwards (rechts), staatlicher Kommandant der Washington State ICAC Task Force, die vorrangigen Ziele. (Bildnachweis: Auburn-reporter)

Wir arbeiten im Rahmen des nationalen Programms eng mit der Bundesregierung zusammen“, erklärt Michael Edwards, Vorstehender der Abteilung für Hochrisiko-Opfer, staatlicher Kommandant der Washington State ICAC Task Force, der bereits seit 40 Jahren für die Seattle PD tätig ist. „In unserer Task-Force-Gruppe haben wir aber auch Mitglieder der HSI, des FBI, von US Postal und noch vielen weiteren, die uns bei diesen komplexen Ermittlungen unterstützen.“

„Wir koordinierten eine Menge Schulungen und erleichtern die Teilnahme der Mitarbeiter an solchen Schulungen. Zudem bieten wir bei der Aufklärung von Fällen Unterstützung, sowohl bei den Ermittlungen als auch im Bereich der Forensik. Und noch dazu arbeiten wir nahtlos mit den einzelstaatlichen und föderalen Staatsanwaltschaften zusammen. Ein Staatsanwalt ist bei uns tätig… er ist auch ein Special Assistant U.S. Attorney. Das heißt, dass wir auch in diesen beiden Bereichen aktiv sind.“

Wie arbeitet die ICAC?

Das Seattle Police Department bietet einen guten Einblick in die Funktionsweise der ICAC-Einheiten in den gesamten Vereinigten Staaten. Der Großteil der Kindesmissbrauchsfälle, für die sie zuständig sind, stammen vom NCMEC, das die Meldungen in die entsprechende Region und an die ICAC weiterleitet, die sich am nächsten zum Ort der Meldeaktivität befindet. Alle Berichte der Region gehen beim Seattle PD ein.

Crimes against children have risen dramatically according to Captain Edwards whose team is averaging between 425 and 450 referrals a month with some months as high as 1,000.
Laut Captain Edwards, an dessen Team monatlich rund 425 und 450 Meldungen weitergeleitet werden, wobei die Anzahl mitunter 1.000 erreicht, hat Kriminalität an Kindern dramatisch zugenommen. (Bildnachweis: Seattle PD Twitter)

Wie die anderen ICAC-Einheiten erhält das Seattle PD jedoch auch aus anderen Quellen Meldungen über Kindesmissbrauch. Diese reichen von jenen, die zur Polizeiwache kommen, um eine Meldung aufzugeben, bis hin zum Streifenpolizist, der zum Einsatzort berufen wird oder bei einer Verkehrskontrolle etwas Auffälliges bemerkt, bis hin zu einer Schule, die direkt bei der Polizeibehörde anruft. Alle diese Meldungen werden als separate Fälle aufgenommen.

Herausforderungen, mit denen ICAC-Beamte konfrontiert sind

Die Verfolgung solcher Straftaten an Kindern ist herausfordernd, vor allem in einer Zeit, in der Budgets knapp sind, die Fallzahl ständig steigt und Mitarbeiter mit weniger Ressourcen mehr leisten müssen. Aber nicht nur das Seattle PD, sondern auch die übrigen ICAC-Einheiten und Polizeibehörden weltweit haben ähnliche Sorgen:

„Wir nutzen Technologie viel umfassender als früher. Alles – von der Videoerfassung bis hin zur Nutzung von Tools, um die Straftäter zu identifizieren.“

Steigende Fallzahlen: „2014 wurden an uns als leitende Behörde monatlich zwischen 125 und 150 Meldungen [vom NCMEC] weitergeleitet“, so Captain Edwards. „Und das sind nur die weitergeleiteten Meldungen. Nicht berücksichtigt sind in dieser Zahl die direkten Meldungen oder Meldungen aus anderen Quellen. Derzeit liegen wir bei rund 425 und 450 monatlich. Leider hatten wir bereits auch schon rund 1.000 pro Monat, was bei uns nicht ungewöhnlich ist. Und die Arbeit wird nicht weniger, sondern mehr. Wir stehen also alle enorm unter Druck. Und wir haben allein schon damit Schwierigkeiten, die künftigen Bedürfnisse zu ermitteln und zu verwalten und ausgehend davon die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.“

Jeder CyberTip umfasst mehrere Ereignisse: „Normalerweise gibt es bei jedem CyberTip ein bis zwei Dutzend damit verbundene Ereignisse“, erklärt Captain Edwards. „Also entweder ein Download oder Upload eines Tatverdächtigen. Das kann auf mehreren Plattformen oder auf einer einzelnen Plattform erfolgen.

Die Anzahl der Geräte steigt exponentiell: Randy Kyburz, Kriminalbeamter, Ermittler im Bereich digitale Forensik, bereits seit 29 Jahren im Seattle PD tätig, beschreibt das Problem mit Geräten wie folgt: „Als ich damit begann, fanden wir in einem Haus gerade einmal ein Klapphandy, einen Laptop und manchmal noch einen Desktop-PC. Und das war schon ein umfangreicher Fall. Heutzutage werden im Zuge von Hausdurchsuchungen 20 bis 30 Geräte eingesammelt, und das bereits nach der Triage vor Ort, um die brauchbaren Geräte herauszufiltern.“

Der technologische Fortschritt bringt einen überwältigenden Datenbestand mit sich: So berichtet Detective Kyburz: „In einem typischen Fall werden Terabytes von Daten durchsucht, oder sogar ein Vielfaches davon… Heutzutage sind 10 bis 20 Terabytes nicht ungewöhnlich.

Straftäter wenden immer schlauere Tricks an: Als Detective Ian Polhemus, seit 29 Jahren im Seattle PD tätig und seit 2007 beim ICAC, schildert folgende Problematik: „Tatverdächtige sind zunehmend technologisch versiert, kein Vergleich zu 2007, als ich mit dieser Arbeit begann. Spezielle Beispiele hierfür sind das Dark Web, Peer-to-Peer-Technologien, IP-Anonymisierung und Proxys. All dies sind Dinge, auf die Tatverdächtige Zugriff haben, um ihre Tätigkeit zu verschleiern. Vor einem Jahrzehnt wurden sie kaum genutzt, aber heute sind solche Methoden gang und gäbe.

Die Cellebrite-Tools, etwa UFED, können gerade bei Kindermissbrauchsfällen, bei denen Zeit ein wesentlicher Faktor ist, die Ermittlungen beschleunigen, indem bereits am Tatort Daten erfasst werden. (Bildnachweis: Cellebrite)

Ein Wettlauf gegen die Zeit: Ermittlungen sind deutlich komplizierter und dauern länger, was gerade bei Kindesmissbrauchsfällen äußerst problematisch ist. Denn schließlich gilt es, das Leid möglichst schnell zu beenden. Oder, wie es Captain Edwards ausdrückt: „Wir arbeiten gegen die Zeit. Alles, das dieses Zeitprofil erhöht, erschwert alles enorm. So viele Dinge – Speicherung, Verschlüsselung, dass die Speicherung nicht mehr auf dem Gerät, sondern in der Cloud erfolgt, dass alles auf internationaler Ebene abläuft… das alles gab es früher in dieser Form nicht, und dadurch zieht sich alles mehr in die Länge.“

Gefahren im Hinblick auf die Finanzierung: Ermittlungen im Bereich des Kindesmissbrauchs sind für die Ermittler sehr fordernd, und die meisten verlassen nach fünf bis sieben Jahren diesen Bereich. Ersatz für sie zu finden ist ein echtes Problem, so Captain Edwards. „Diese Arbeit kann man nur eine Zeit lang schaffen. Deshalb haben wir natürlich Stellen, die wieder neu besetzt werden müssen. Und angesichts der aktuellen Finanzierungskürzungen ist die Lage auch sehr ungewiss – wird es genügend Personal geben, um diese Stellen nachzubesetzen? Das betrifft nicht nur die ICAC, sondern die gesamte Abteilung. Derzeit verlassen viele Mitarbeiter unsere Behörde und suchen sich in anderen Behörden eine Anstellung. Wir stehen also in Bezug auf Personal enorm unter Druck.“

Die Auswirkungen von COVID-19: Die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Kommunal- und Polizeibudgets sind ebenfalls ein Problem, mit dem Behörden weltweit konfrontiert sind. Captain Edwards erzählt: „Wir haben im gesamten Bundesstaat Behörden, deren Task Force ihren Pflichten und Verantwortungen nicht nachkommen kann, weil sie ebenfalls finanziell betroffen sind und versuchen, ohne Nachbesetzung dieser Stellen auszukommen oder kein zusätzliches Personal anzustellen. Bei anderen wiederum verzögert sich das gesamte Rekrutierungsverfahren. Wie man sieht, haben wir allein schon damit ein Problem, unsere Arbeit zu verrichten. Dazu kommt diese verstärkte Ungewissheit und Besorgnis, die insbesondere in Seattle die Situation noch verschärft.“

Wie Technologie hilft

Glücklicherweise aber greift die Technologie der ICAC des Seattle PD und vergleichbaren Behörden weltweit unter die Arme. Like many organizations, Wie bereits viele Organisationen hat das Seattle PD die Art der Ermittlungen transformiert, um digitale Technologien umfassend zu nutzen.

Captain Edwards betont die allgemeinen Ziele seiner Behörde: „Ein [Ziel] besteht darin, Kinder aufzufinden und zu retten, und anschließend die Verbrecher zu verfolgen und zu einer Strafe verurteilen, die ihnen gebührt.“

Mit diesem Ziel vor Augen scheut die ICAC-Einheit keine Mühen, die Beweismittelkette zu schützen, was nach der Erfassung von Beweismitteln eine sorgfältige Datenverwaltung erfordert. „Wenn auf Inhalte zugegriffen werden muss oder diese in irgendeiner Form oder Art und Weise zu handhaben sind, muss dies innerhalb unserer Einrichtung erfolgen.“ Unter anderem aus diesem Grund ist er ein vehementer Verfechter eines soliden digitalen Systems zur Verwaltung von Beweismitteln.

„Die Tatverdächtigen sind technologisch versierter geworden… Spezielle Beispiele hierfür sind das Dark Web, Peer-to-Peer-Technologien, IP-Anonymisierung und Proxys. All dies sind Dinge, auf die Tatverdächtige Zugriff haben, um ihre Tätigkeit zu verschleiern. Vor einem Jahrzehnt wurden sie kaum genutzt, aber heute sind solche Methoden gang und gäbe.

Die Behörden müssen ebenso sorgfältig mit digitalen Beweismitteln umgehen wie mit physischen Beweismitteln. Es müssen Standardverfahren geschaffen werden, die eine Wahrung der Datenintegrität gewährleisten, und es muss nach einem klaren Prozedere vorgegangen werden, damit die richtigen Teammitglieder genau dann die passenden Informationen erhalten, wenn sie sie benötigen. Hierbei ist ein Beweis-Management-System (DEMS), das mit dem Fallmanagementsystem verbunden ist, äußerst vorteilhaft. Ein DEMS schützt und verwaltet Beweismittel zur Vorlage in eventuellen Berufungsverfahren, vereinfacht eine erneute Überprüfung, sorgt für die korrekte Aufbewahrung und ist konform mit Vernichtungsrichtlinien.

Wie es in den Behörden mittlerweile üblich ist, spielt Technologie in Kriminalfällen eine wesentliche Rolle – von der Ankunft des Einsatzteams am Tatort bis hin zum Gerichtsurteil. „Wir nutzen Technologie viel umfassender als früher“, so Captain Edwards. „Alles – von der Erfassung von Videos, ganz gleich, ob diese Privateigentum, vermarktete Videos oder sonstige Videos sind, – bis hin zur Nutzung von Tools, um die Straftäter zu identifizieren.“ Darüber hinaus können wir andere Beweismittel auffinden, die verfügbar sind, aber bei den Einsatzteams nicht erfasst wurden. Tatortanalyse, Rekonstruktion – all das erfolgt mithilfe der Technologie. Sie ist jetzt schon umfassend im Einsatz.“

Analyselösungen wie Cellebrite Pathfinder helfen Ermittlern dabei, Daten automatisch zu durchsuchen, um auf schnelle Weise wesentliche Erkenntnisse zutage zu fördern. (Bildnachweis: Cellebrite)

Moderne Analyselösungen, gestützt durch KI, sind eine weitere Möglichkeit, Ermittler durch automatisches Durchforsten von Datenbergen zu unterstützen und dadurch schnell wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem hilft diese Technologie Behördenleitern, sich einen Überblick zu verschaffen, denn Analysten können Informationen aus Datenquellen wie Mobilgeräten, Cloud, Computern, CCTV und CDR zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Genehmigte Analyselösungen bieten den Teams zudem die Möglichkeit, zwischen Abteilungen, Behörden und auf internationaler Ebene Informationen weiterzugeben. Dies ist für Behörden wie das Seattle PD, das in einigen Fällen auch mit ausländischen Behörden zusammenarbeitet, eine enorme Hilfe.

Zwar müssen bei Ermittlungen auch bei DI-Lösungen wesentliche Entscheidungen von Menschen getroffen werden, aber durch die Zeitersparnis und Entlastung, auch psychisch, können viele Behördenleiter wieder ruhig schlafen.

Gewährleistung einer weiteren erfolgreichen Tätigkeit des ICACs

Für eine weitere erfolgreiche Tätigkeit der ICAC-Einheiten weltweit sind ein paar einfache Dinge wesentlich:

Finanzierung: Angesichts der steigenden Kriminalitätsrate ist die Kürzung der Fördermittel für Polizeibehörden genau der falsche Weg, besonders bei der Verfolgung von Straftaten an Kindern. Durch Investitionen in Einheiten wie das ICAC können Behörden zusätzliche Ermittler einstellen. Dadurch wiederum können sie mehr Fälle bearbeiten. Oder, wie es Detective Polhemus ausdrückt: „Je mehr Fälle eingehen, desto mehr Übeltäter werden gefasst und desto mehr Kinder werden gerettet, nicht wahr? Das ist sehr erfreulich.“

Schulungen: Technologie ändert sich schnell, und sie hat auch ein Ablaufdatum, wie Captain Edwards betont. Deshalb müssen Polizeibeamte Auffrischungskurse besuchen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. „Wichtig ist es, jene Technologien und Schulungen zu ermitteln, die funktionieren, und damit eine vielfältige Gruppe anzusprechen.“

Detective Ian Polhemus and his dog, Bear, work as a team to find digital devices hidden by child-exploitation offenders at crime scenes.
Detective Ian Polhemus und sein Hund Bear leisten Teamarbeit, wenn es darum geht, digitale Beweismittel zu finden, die von Kriminellen am Tatort versteckt wurden. (Bildnachweis: Seattle PD)

Öffentlich-private Partnerschaften: Für Detective Polhemus, der auch die jährliche NW Regional ICAC Conference leitet, sind Partnerschaften und die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und dem Privatsektor ein wesentliches Element, um angemessene Schulungen zu bieten. „Im Verlauf der vergangenen sechs Jahre ist die Konferenz, die wir hier veranstalten, enorm gewachsen“, schwärmt er. „Unter anderem hat dies auch die finanzielle Unterstützung ermöglicht, die wir von Privatunternehmen erhalten haben, nicht zuletzt durch Cellebrite.“

„Oft haben wir aufgrund unzureichender Mittel keinen Zugang zu den erforderlichen Schulungen. Die Zusammenarbeit mit Privatunternehmen hilft uns, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen.“

Ein Beruf aus Leidenschaft

Angesichts all dieser Herausforderungen, mit denen ICAC-Einheiten konfrontiert sind, stellt sich die Frage: Wozu all diese Mühen? Diese Frage beantwortete jeder Polizeibeamte, den wir fragten, demütig und menschlich.

“Wenn es darum geht, zu helfen und einen Unterschied zu bewirken, sind die Verletzlichsten in unserer Gesellschaft ganz klar die Kinder und älteren Menschen. Deshalb finde ich alles, was wir tun, um deren Leben zum Positiven zu verändern, sehr erfüllend.“

Laut Detective Polhemus ist die Aufklärung von Straftaten an Kindern für sein gesamtes Team eine Berufung. „Ich bin nun seit 29 Jahren in dieser Behörde tätig und kann mich glücklich schätzen, dass jeder Aspekt meiner Polizeiarbeit wirklich erfüllend war“, so Polhemus. Am meisten war das bisher in meiner Tätigkeit bei der ICAC der Fall. Nämlich deshalb, weil wir es mit Kindern zu tun haben. Bei jedem Kriminalfall, in dem wir ermitteln, sind Kinder die Opfer, und oft handelt es sich um Schwerverbrechen.“

“Wenn es darum geht, zu helfen und einen Unterschied zu bewirken, sind die Verletzlichsten in unserer Gesellschaft ganz klar die Kinder und älteren Menschen. Deshalb finde ich alles, was wir tun, um deren Leben zum Positiven zu verändern, absolut erfüllend. Dieses polizeifeindliche Klima, in dem ständig Fördermittel gekürzt werden, kann uns unsere Leidenschaft für diese erfüllende Arbeit nicht nehmen.“

Diese beeindruckende Arbeit des Teams von Captain Edward spiegelt das Engagement wider, das in allen ICAC-Behörden Amerikas zu beobachten ist. Wie es bei so vielen guten Polizeibehörden der Fall ist, wird dieses leider unzureichend gewürdigt. Denn diese Polizeibeamten sorgen für mehr Sicherheit auf der Welt und sind somit echte Helden.

Teil 2: Ein Tag im Leben der ICAC-Abteilung des Seattle PD – Eine Mission zugunsten von Kindern 

Teil 3: Schulungen: Investitionen, die Ermittlungsbehörden nicht scheuen sollten