Keine Wände, ein Cloud-basiertes Kooperationssystem und eine Leidenschaft für Innovation – das Erfolgsrezept, um 23 Agenturen unter einem Dach zu einer beeindruckenden Kraft gegen Kriminalität zu vereinen.

Zukunftsgerichtete Behörden transformieren ihre Ermittlungsverfahren, um im maximalen Ausmaß digitale Intelligenz (DI) zu nutzen und dadurch die Bevölkerung vor Straftätern zu schützen, die sich der digitalen Technologien behelfen.

DI setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: aus den Daten, die aus digitalen Quellen und Datentypen erfasst werden (Geräte und die Cloud) sowie aus den Verfahren, die Behörden zur Analyse dieser Informationen nutzen, um Informationen zu gewinnen und ihre Ermittlungen effizienter zu gestalten.

James H. Barber, der Visionär hinter Gulf Coast Technology Center (GCTC). Der ehemalige Leiter der Polizeibehörde Mobile (Credit: https://www.mobilepd.org/news)

Um „DI-fähig“ zu werden, bewerten zukunftsgerichtete Behördenleiter die Herausforderungen, mit denen ihre Abteilungen konfrontiert sind, im Vergleich zu den technologischen Mitteln (und geschulten Mitarbeiter), über die sie verfügen. Dadurch können sie ermitteln, welche Tools sie in ihre aktuellen Abläufe integrieren müssen, um in der Zukunft effizienter zu ermitteln.

Eine Organisation, die unbeirrt diesen Weg gegangen ist, ist das Gulf Coast Technology Center (GCTC). Die Vision stammte vom ehemaligen Leiter der Polizeibehörde Mobile, James H. Barber (der jetzt Leiter für öffentliche Sicherheit ist). Sein Plan war es, in der Stadt eine moderne Intelligence-Einheit zu schaffen, die letztlich der gesamten Golfküste zugute kommen würde. 2015 rief Barber, Leiter der öffentlichen Sicherheit, den erfahrenen Exekutivbeamten Kevin Levy an, heute Leiter der Abteilung für Cyber-Kriminalität der Polizeibehörde Mobile, um ihn um Unterstützung bei der Realisierung seiner Vision zu bitten.

Labor für digitale Forensik des Gulf Coast Technology Center (Credit: https://www.al.com/news/mobile.html)

Ein neuer Ansatz der Polizeiarbeit

„Barbers Plan bestand darin, ein auf Intelligence basierendes Strafverfolgungsprogramm umzusetzen, das für die Sicherheit unserer Beamten und der Bevölkerung sorgen würde, und den Weg für die Polizearbeit der nächsten Generation zu ebnen.

„Unser großer Vorteil ist, dass alle diese Produkte wunderbar zusammenarbeiten, insbesondere innerhalb der Cellebrite-Familie. Dadurch können wir ein durchgehend nahtloses Ermittlungsverfahren gewährleisten.”

Zur Vision von Director Barber zählte auch die Schaffung eines hochkarätigen Labors für digitale Forensik mit umfassend ausgebildeten Fachkräften, das im Dienste der gesamten Golfküste stehen sollte.

Als ersten Schritt stellte Commander Levy das passende Team zusammen. Allein das war bereits eine Herausforderung. Er erzählt: „Wir haben Mitarbeiter rekrutiert, die geeignete Kompetenzen hatten oder bereit waren, sich schulen zu lassen, und mich innerhalb der Abteilung bei diesem Modernisierungsunterfangen begleiten würden.“ Es galt, Mitarbeiter zu finden, „die bereit waren, ausgetretene Pfade zu verlassen, etwa in einem Polizeiauto herumzufahren, und etwas völlig Neues – die Errichtung eines Labors und eines Technologiezentrums – anzugehen.

Nachdem es ihm gelungen war, das, wie er es ausdrückt, Kernteam aus „tollen Menschen“ (erfahrene Ermittler, Kriminalbeamte, Analysten und Laborfachkräfte) zusammenzustellen, galt es, sich den technischen Aspekten des Labors zu widmen.

Und so ist nun aus einem „Kämmerchen“, in dem ein einziger Mitarbeiter für eine einzige Behörde arbeitete, wie Levy das erste Labor seiner Polizeibehörde beschreibt, eine behördenübergreifende Einrichtung geworden, die sich über 8.000 Quadratmeter erstreckt und mehr als 10 Labor-Analysten umfasst.

„An manchen Tagen arbeiten hier im Rahmen unseres Programms mehr als 40 Personen“, so Commander Levy. Hierzu zählen Partner aus 27 nationalen, staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden sowie einige Militäreinheiten.

GCTC zeichnet sich laut Commander Levy dadurch aus, dass es ein kollaboratives Umfeld Umfeld bietet, in dem alle Beteiligten Verantwortung tragen. Im Gegensatz zu typischen Behörden, in denen lokale Beamte arbeiten, die nur im Dienste ihrer unmittelbaren Bevölkerung tätig sind, stammen die Partner von GCTC aus dem gesamten Land, um nicht nur der Stadt Mobile zu dienen, sondern der gesamten Golfküstenregion.

Zudem unterscheidet sich das GCTC-Modell erheblich von der Arbeitsweise der meisten Grafschaften/Staaten. „Wir haben Partner gefunden, die uns bei der Verwaltung der täglichen Arbeit unterstützen“, so Commander Levy, und weiter: „Dadurch hat jeder das Gefühl, unseren Weg und die Fälle, denen wir Priorität einräumen, mitzubestimmen. Wir setzen auf Handschlagqualität statt Bürokratie. Wenn jemand Hilfe benötigt, stehen wir gerne zur Seite. Wir fragen nicht: ‚Was ist für die Polizeibehörde von Mobile am besten?‘, sondern: ‚Was ist für die Gemeinschaft, für die Menschen an der Golfküste am besten?‘“

„Barbers Plan bestand darin, ein auf Intelligence basierendes Strafverfolgungsprogramm umzusetzen, das für die Sicherheit unserer Beamten und der Bevölkerung sorgen würde, und dadurch Polizeiarbeit der nächsten Generation zu bewirken.“

Bei der Umsetzung der Vision der Städte und der Partnerschaft mit anderen Agenturen ist auch die Finanzierungs- und Berichtsstrategie eine andere: „Für unser Projekt haben wir keine föderalen Mittel erhalten. Alle unsere Partner haben sich uns in einer Art und Weise angeschlossen, die für sie machbar ist.“

„Wir sind nicht an Vorgaben anderer gebunden. Wir haben uns die strengsten Richtlinien und Akkreditierungsanforderungen der beteiligten Behörden als Vorgabe gesetzt, und das sind jene des Secret Service.

„Das bedeutet, dass wir bestrebt sind, die strengsten Anforderungen zu erfüllen, denen unsere Partner unterliegen, damit alle beteiligten Behörden ihre eigenen Richtlinien und Verfahren befolgen können. Gleichzeitig aber achten wir darauf, dass sie möglichst flexibel sind. Dadurch sind wir nicht an eine Fülle von Bestimmungen gebunden, die unsere Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, wie es vielen Behörden passiert, und zwar nicht aufgrund von Gesetzen, sondern weil die Behörde selbst Richtlinien festgelegt hat, die sie einschränkten.“

Herausforderungen

Um eine effiziente Fallbearbeitung zu gewährleisten, hat GCTC die Latte sehr hoch gelegt: So beträgt die Bearbeitungsfrist für Geräte bei zweieinhalb Wochen. Dadurch landeten im vergangenen Jahr etwas mehr als 2.500 Geräte in dieser Einrichtung – etwas mehr als die Hälfte der in der gesamten Region beschlagnahmten Geräte. Tendenz steigend.

Um Schritt zu halten, hat Commander Levy seinem Team Cellebrite Premium, an die Hand gegeben, das zusammen mit anderen Starthilfen die gleichzeitige Bearbeitung Dutzender Geräte in verschiedenen Phasen des Downloads ermöglicht. Außerdem hat ihn Cellebrite Pathfinder, das auf KI basiert, restlos überzeugt, denn mithilfe dieser Software kann sein Team im Handumdrehen Datenberge durchforsten, um aussagekräftige Informationen herauszufiltern. Durch Verwendung einer umfassenden Reihe von DI-Lösungen konnte sein Team mehrere Geräte schneller verarbeiten und somit Straftaten verhindern und Fälle abschließen. Digitale Beweismittel haben dazu beigetragen, die aktivsten Serientäter aus dem Verkehr zu ziehen und bislang ungelöste Fälle abzuschließen. Da jede Straftaten-Kategorie separat berücksichtigt wird, sind die Prozentsätze bei jeder Art von Straftat unterschiedlich. In mehr als 80% der laufenden Gewalt- und Finanzstraftaten wurde jedoch die Unterstützung durch digitale Beweismittel angefordert, während es vor nur fünf Jahren noch 30% waren.

Cellebrite Pathfinder stellt in kürzester Zeit sämtliche Zusammenhänge zwischen dem Tatverdächtigen und jenen, die mit ihm in Kontakt waren, her. Das spart enorm Zeit. (Bildnachweis: Cellebrite)

Erweiterung des Labors: Levy strebt die Beibehaltung der 2,5-wöchigen Bearbeitungszeit durch Erweiterung des Labors an. Dabei gelte es aber nicht nur, den Mitarbeiterstab aufzustocken, wie er betont. „Mehr Mitarbeiter sind hilfreich, aber das bedeutet mehr Geräte, mehr Lizenzen, herausfinden, ob eine Person gleichzeitig an drei Geräten arbeiten kann“, erklärt er.

Dabei ist es wesentlich, sich nicht durch Hindernisse den Weg verbauen zu lassen. „Hindernisse zu ermitteln und zu beseitigen, um auf eine parallele Vorgehensweise ausweichen zu können, wenn ein Fehler behoben werden muss“ ist laut Commander Levy unabdingbar.

High-Tech-Geräte: Laut Commander Levy sind die größte Herausforderung, mit der das GCTC konfrontiert ist, Kriminelle, die High-Tech-Geräte verwenden, für die seine Gruppe eventuell noch keine aktuelle Lösung parat hat. „In Justizvollzugsanstalten gab es sehr kreative Typen, die ihre eigenen Geräte zu echten High-Tech-Wundern gemacht haben. Da stoßen wir an unsere Grenzen. Die größte Herausforderung ist aktuell aber ein Krimineller, der ein nagelneues Samsung-Handy kaufte, um daraufhin eine Straftat zu begehen und alle Beweismittel darauf zu laden. Eine Stunde später haben wir das Telefon gefunden.

„Dafür werden wir einiges an Zeit aufwenden müssen, den es ist ungewiss, ob Cellebrite-Produkte wie auch andere Tools in der Lage sind, das System dieses Handys zu umgehen… bei diesem bestimmten Gerät.“

Generell aber ist die Erfolgsrate seines Teams sehr hoch – bei 70 bis 80 Prozent der Geräte gelingt die legale Datenerfassung.

Archivierung und Speicherung: „Mit den Datenmengen Schritt zu halten, die wir jahrelang aufbewahren müssen, bis sie vor Gericht landen, und dann muss jemand aussortieren, was nicht benötigt wird. Das war eigentlich unsere größte Herausforderung“, so Commander Levy.

„In unseren Anfangszeiten legten wir eine Handvoll Geräte auf ein Regal und ließen sie von der jeweiligen Software auswerten. Heute können wir jederzeit 200 bis 300 Geräte verarbeiten, die je nach Produkt entweder an Cellebrite Premium angeschlossen sind oder mit einem anderen Bootloader verarbeitet werden.

„Was also als langwieriges Warten begann, ist mittlerweile wie eine Ostereiersuche. Wir haben so viele Geräte auf unserem „Parkplatz“, wie wir es nennen, und da wir an einem Tag auf vier, fünf oder sechs Geräte legal zugreifen, mussten wir uns früher ein gutes Weilchen gedulden. Wenn wir heute zu Arbeit gehen, wurde bereits eine Handvoll Geräte verarbeitet oder sie sind zugriffsbereit, oder es erfolgt gerade die Verarbeitung durch Premium. Und da sind noch nicht einmal die Geräte mit einberechnet, auf die in relativ kurzer Zeit zugegriffen wird: anschließen, legaler Zugriff, und schon geht es dahin. Das sind die Geräte, die länger brauchen oder auf die wir ein bestimmtes Programm laden mussten, um legal darauf zuzugreifen. Das ist also gewissermaßen unsere größte Herausforderung.“

Technologie zur gleichzeitigen Verwaltung mehrerer Fälle

Durch die enorme Anzahl der verarbeiteten Geräte und Anfrage aus der gesamten Golfküstenregion ist GCTC stets mit mehreren Fällen beschäftigt. Das Revolutionäre an ihrem Ermittlungsansatz sind jedoch drei Aspekte:

Triage von Fällen: „Für die Zusammenarbeit nutzen wir ein Cloud-basiertes Online-System“, erklärt Commander Levy. „Alle Ergebnisse der legalen Datenerfassung – jede Telefonanalyse, Computeranalyse und jede Anfrage außerhalb der Forensik, die wie erhalten – werden in dieses System eingepflegt. Wenn die Fälle so organisiert werden können, dass das gesamte Team die Anfrage priorisieren und entscheiden kann, welche Mitarbeiter am besten für diesen Fall geeignet sind, lassen sich die Ermittlungen perfekt auf Touren bringen.

Maximierung der Analytik: Das GCTC-Team vereint alles in Cellebrite Pathfinder. „Bei uns gibt es keine Unterteilung in Behörden“, so Commander Levy. „Alles landet sozusagen in einem Gesamtfall. Wir erstellen Kontakt-Repositorien [und] versehen alle Daten mit Querverweisen.“

Cellebrite Pathfinder (Bildnachweis: Cellebrite)

Zusammenarbeit: GCTC umfasst so viele Behörden – dadurch kann ein Vertreter einer Behörde quasi schnell mal seinen Kollegen einer anderen Behörde etwas fragen oder Informationen von diesem einholen, als säße dieser am Arbeitsplatz nebenan. Das macht die Sache um ein Vielfaches unkomplizierter. Dank dieser Zusammenarbeit kann das GCTC die Ermittlungen mit beeindruckender Geschwindigkeit voranbringen.

Alles zusammensetzen

Um Digital Intelligence optimal auszuschöpfen, setzen Commander Levy und sein Team auf einen ganzheitlichen Ansatz bei der Nutzung digitaler Technologien. So kommt eine Kombination aus Tools zum Einsatz, die Hand in Hand an einer umfassenden End-to-End-Lösung arbeiten.

„Unser großer Vorteil ist, dass alle diese Produkte harmonisch zusammenarbeiten, insbesondere innerhalb der Cellebrite-Familie. Dadurch können ein durchgehend nahtloses Ermittlungsverfahren gewährleisten“, schwärmt Commander Levy.

„Oft rufen uns die Leute an und fragen: ‚Wie funktioniert Premium?‘, ‚Wie funktioniert Analytics?‘ oder ‚Ihr habt eine UFED-Lizenz für den PC, nicht wahr? Und lohnt es sich?‘ Das sind natürlich gute Fragen… aber ich sage dann immer: ‚Das ist nur ein Ausschnitt des Gesamtbildes.‘ Am hilfreichsten ist für uns die gesamte Produktsuite, denn mit ihrer Hilfe können wir uns ein Gesamtbild machen. Wenn eine der Komponenten nämlich ausfällt, fehlt dieses Glied in der Beweismittelkette.“

Wie es bei den meisten Abteilungen der Fall ist, reicht auch das GCTC-Budget nicht aus, um alle Lösungen, die derzeit in Verwendung sind, gleich zu kaufen.Wir mussten nach und nach eine solide Argumentation für das Programm schaffen, nicht nur eine Erklärung, warum wir es kaufen wollten, sondern auch, warum wir jedes Jahr diese Summe aufwenden möchten.

Commander Levy verwies auf eine aktuelle Fallstudie, die belegt, dass das GCTC mithilfe der passenden Tools, geschulten Personals und des offene Dialogs zwischen Behördenmitgliedern ein Gesamtbild zeichnen konnte: So führte eine kleine Straftat auf die Spuren einer größeren Kriminellenvereinigung und letztlich zur Aufklärung zweier Mordfälle.

Fallstudie – Wie zwei Telefone zu einem Doppelmord führten.

Vor rund drei Monaten wurde das Team von Commander Levy mit der Lösung eines einfachen Falls von Fahrzeugdiebstahl betraut. Nach kurzen Ermittlungen wurde eine Person festgenommen, die Autos und Quads gestohlen hatte.

Der verhaftende Beamte entdeckte in diesem Fall zwei Handys, von denen sich eines im Fahrzeug befand, aus dem der Verdächtige verhaftet wurde, und das andere in seiner Jackentasche. Da es sich hierbei um einen Fall der Polizeibehörde der Stadt Mobile handelte, wurden beide Handys zu uns gebracht.

Einer der Bediensteten aus Commander Levys Team, das das Handy analysierte, stammte aus dem Büro des Sheriffs von Baldwin County. Ein Blick auf den Bildschirm der Kooperationscloud genügte, um zu sehen, dass einige der Informationen verblüffende Parallelen zu einem Fall aufwiesen, den sein Team in Baldwin County bearbeitete.

Der Ermittler bat um die beiden Handys, um sie zu analysieren und in Analytics einzuspielen. Dadurch konnte er herausfinden, dass die Fälle, an denen er in Baldwin County gearbeitet hatte, miteinander zusammenhängen könnten. Somit bezog er die zwei oder drei Handys aus dem Fall aus Baldwin County in diesen Fall ein.

“Wir bewegen uns nicht zurück, sondern nach vorne. Das ist im Bereich der Strafverfolgung unverzichtbar.”

Was mit zwei Handys begann, wuchs zu einem Beweismittelbestand von fünf Handys heran, mit der Vermutung, dass es sich um einen umfangreichen Fall mit denselben involvierten Personen handelte.

Laut Commander Levy verglich der Ermittler daraufhin die Kontaktlisten in den beiden Fällen, und schnell wurde klar, dass die Tatverdächtigen einander kannten. In weiterer Folge fügte er den Ermittlungen einige Geopunkte hinzu.

„Die beiden Fälle wurden dann umfassend besprochen“, so Commander Levy. „Wir halten regelmäßig Sitzungen zum Informationsaustausch mit unseren Analysten ab, die sich in all diesen Fällen mit den entsprechenden Ermittlern in Verbindung setzen und fragen, was sie benötigen und welche Ergebnisse sie erzielen möchten. Dies ist gewissermaßen Teil des Kommunikationsprozesses. Wir hinterlegen also nicht einfach ein Handy, sondern wir analysieren die Geräte differenziert und hinterlegen relevante Beweismittel, während unsere Analysten versuchen, herauszufinden, was der ‚Kunde‘ (unsere Ermittler) benötigt.“

Um eine solide Beweismittelkette zu schaffen, müssen zunächst auf legale, forensisch vernünftige Weise Daten erfasst werden, um die Datenintegrität und die Einhaltung von Gesetzen zu gewährleisten. (Bildnachweis: https://www.newsbreak.com/news/)

„Am Anfang steht meist eine Anfrage wie: ‚Hallo, wir suchen nach einer Person, die möglicherweise für eine andere Person arbeitet‘. Irgendwann begreifen wir, dass hier mehrere Personen, vermutlich ohne einander zu kennen, mit demselben Dritten in Kontakt stehen. Ab da wird der Fall dann umfangreich … “

„Ende Mai hatten wir um die 15 Handys beschlagnahmt und in diese eine Akte einbezogen. Hier waren also so einige Leute involviert.“

Was zunächst als einfacher Ring von Autodieben erschien, entpuppte sich irgendwann als Ring von Waffendieben – oder, wie sich schließlich zeigte, sogar als Hehlerring, der die gestohlenen Schusswaffen auf der Straße verkaufte. Die Schusswaffen schließlich führten dann zu zwei aktiven Mordfällen.

Hätten die Ermittler nicht die Handys aus den Autos beschlagnahmt, die von Auto- und Waffendieben benutzt wurden, wäre nie ans Tageslicht gekommen, woher diese Waffen stammten.

Laut Commander Levy geschah all das innerhalb von rund drei Wochen. „Der eine Mordfall war fast ein Jahr lang ungeklärt, und es war ein Fall einer unserer Partner. Der andere Mordfall wiederum war ein lokaler Fall hier [in Mobile], und steht möglicherweise – was noch geklärt werden muss, da noch an einem Teil gearbeitet wird – im Zusammenhang mit einigen Schießereien in bewohnten Unterkünften. Bei Schießereien aus fahrenden Autos, die keine Todesopfer fordern, werden keine Mordermittlungen eingeleitet – wir glauben aber, dass einer der Verdächtigen möglicherweise damit in Verbindung steht.“

Commander Levy betont die Vorteile des Ablegens sämtlicher Daten in Analytics in diesem Kriminalfall wie folgt: „Hätten wir uns nicht an die einzelnen Ermittler der verschiedenen Agenturen gewandt, hätten wir nicht alle Puzzlestücke zu einem großen Ganzen zusammenfügen können.

„Selbst in der digitalen Forensik ist es wichtig, sich auf einen Bereich zu konzentrieren. Eigentlich ist es wie in der Medizin. Es gibt verschiedene Fachgebiete, und man wird Experten in verschiedenen Bereichen, auch innerhalb des Fachgebiets.“

„Alle Tools arbeiteten Hand in Hand, wie an einem Fließband, an dem der Kriminalfall zusammengebaut wird: Erfassung, dann Verarbeitung und anschließend Analyse der Daten und in weiterer Folge direkte Kommunikation mit dem Auftraggeber. Das Produkt, das wir anschließend zurückgeben, dient nicht nur dem Ermittler, sondern auch dem Staatsanwalt, weil wir ihm erklären können, wie wir das Beweismittel erhalten haben und worum es sich handelte.“

Präsentation des Gesamtbilds vor Gericht

Der Kommunikationsprozess setzt sich bis zum Gericht fort. Anstatt nur einen Ermittler als Kronzeugen vor Gericht zu entsenden, kann Commander Levy ein ganzes Team von Experten bieten, wodurch die Staatsanwälte Unterstützung bei der Darstellung des Falls erhalten.

„Durch die Erweiterung der Zeugenaussagen und der Beweisaufnahme, von den Prüfern über die Analysten bis hin zu den Ermittlern, lässt sich der Fall nicht nur lückenlos darstellen, sondern auch besser untermauern. Wenn vier Personen dieselbe Geschichte erzählen, und dem steht eine Person gegenüber, deren Ruf zweifelhaft ist oder bei der dies nur nicht der Fall ist, weil der Verteidiger möchte, dass sich die Geschworenen gegen die Polizei stellen, ist der Fall recht eindeutig.“

All diese kreativen Vorgehensweisen des Teams von Commander Levy wären aber nicht möglich, wenn nicht die richtigen Akteure beteiligt wären, die laufend durch Schulungen ihre Kompetenzen verbessern.

Schulungen – der Schlüssel zum Erfolg

Nach Ansicht von Commander Levy ist die optimale Nutzung der DI „nur mit einer umfassenden, selbstverständlichen Kenntnis der Intelligenz möglich: wie sie funktioniert, was ihr Lebenszyklus umfasst und wie man sie anwendet. Wer im Center arbeitet, muss 25% seiner Arbeitszeit mit Schulungen aufwenden. Die restlichen 75% sind für die Bearbeitung von Fällen und Aufklärung von Straftaten vorgesehen.

Denn wir sind davon überzeugt, dass ein Kriminalbeamter andernfalls seiner Aufgabe angesichts des ständigen technologischen Wandels nicht gerecht werden kann. Selbst in der digitalen Forensik ist es wichtig, sich auf einen Bereich zu konzentrieren. Eigentlich ist es wie in der Medizin. Es gibt verschiedene Fachgebiete, und man wird Experten in verschiedenen Bereichen, auch innerhalb des Fachgebiets. Dessen sind wir uns bewusst. Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter herausfinden, welche Nische ihnen liegt, wo sie sich wohlfühlen, und in genau diesem Bereich möchten wir ihnen möglichst umfassende Schulungen bieten, die dann durch den Erwerb von Kompetenzen in anderen Bereichen ergänzt werden.

Jede Person, die wir zur einer Schulung schicken, soll sein Wissen dann weitergeben, denn jedes zusätzliche Wissen ist für uns wertvoll. Daher führen wir eine Nachbesprechung durch, wenn unsere Mitarbeiter von der Schulung kommen, in der Hoffnung, dass die relevanten Mitarbeiter ebenfalls dazulernen können.“

Das Richtige tun

Die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutzung digitaler Daten für die Aufklärung von Fällen ist eine Sache der Ethik und Kommunikation, wie Levy erklärt.

„Es gilt, das Richtige zu tun“, so Levy. „Aus diesem Grund wenden wir so viel Zeit für die Einweisung unserer Mitarbeiter in die Gesetze, die für die Geräte gelten, und darin, wie wir Daten auf rechtmäßige Weise erfassen können – dass wir aus berechtigtem Grund die richtige Entscheidung getroffen haben.

Für Levy ist die Öffentlichkeitsarbeit eine Möglichkeit, seine positive Botschaft über Polizeiarbeit zu übermitteln.

Bildung von Eltern: „Gewährleistung der Sicherheit von Kindern bei der Nutzung von Handys “ ist eines der Themen, das sein Team in Schulen behandelt. Dadurch erfährt die Bevölkerung, dass es bei Strafvollzug nicht weniger darum geht, Kinder zu verhaften, sondern dass wir hier sind, um für ihre Sicherheit zu sorgen. „Unsere vorrangige Aufgabe ist, für ihre Sicherheit zu sorgen“, erklärt Levy. „Deshalb interagieren wir auf diese Weise.“

„Wir haben unsere Beamten zunächst über die Technologie und ihre Funktionsweisen geschult. Das ist gerade für eine sensible Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit wichtig. Unsere Teams wissen, wie sie potenzielle Beweismittel vertrauensvoll nutzen und zugleich die Privatsphäre der Menschen, die uns helfen, effektiv schützen können.“

Interaktion mit der Bevölkerung: „Zunächst war es wichtig, unsere Beamten in die Technologie und ihre Funktionsweise einzuführen“, fügt Commander Levy hinzu. „Wenn sie dann mit der Bevölkerung interagieren, wissen sie über ihr Recht auf Privatsphäre Bescheid, aber auch darüber, was als Beweismittel von Nutzen sein könnte. So können sie besser erklären, warum sie etwas Bestimmtes tun, anstatt einfach herzugehen, ihnen das Telefon wegzunehmen und verständlicher Weise Entrüstung zu ernten. Deshalb ist die Schulung des Beamten, der vor Ort im Einsatz ist, unverzichtbar.”

„Bedenken Sie immer Folgendes: Meistens haben die Menschen, die mit der Exekutive in Kontakt kommen, gerade den miesesten Tag ihres Lebens, ganz gleich, ob es sich um Tatverdächtige, Opfer oder Zeugen handelt. Das bedeutet, dass die Exekutivorgane täglich mit Menschen in Kontakt sind, für die die Welt genau an diesem Tag besonders schlimm aussieht. Das erlebt ein Polizeibeamter aber täglich, oft sogar mehrmals täglich. Dadurch werden einige selbstgefällig und erkennen nicht, dass es da auch eine andere Perspektive gibt.

„Uns ist die Sache mit dem Telefon wichtig, aber es ist auch wichtig, die andere Seite zu verstehen. Wir kennen die jeweilige Situation nicht und wissen nicht, was diese Personen erlebt haben. Ein Polizeibeamter schaut aus dem Fenster seines Einsatzautos, aber es ist wichtig, zu bedenken, dass die Menschen auf der Straße eben von draußen in das Polizeiauto schauen – und diese Perspektive ist eine ganz andere. Wir möchten unsere Beamten zwar im Umgang mit digitalen Geräten schulen, aber um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, ist es wichtig, die Lage aus beiden Perspektiven zu betrachten.“

„Ich habe mein ganzes Leben lang andere Dinge ausprobiert und getan, da und dort… und es gibt nichts das erfüllender ist, als jemandem zu helfen. And Das klingt jetzt vielleicht etwas eigenartig, aber viele Menschen haben die Hoffnung aufgegeben, aber es gibt Hoffnung – das erlebe ich täglich…

Ich bin überzeugt, dass wir das Richtige tun und den richtigen Weg gehen. Wir bewegen uns nicht zurück, sondern nach vorne. Das ist im Bereich der Strafverfolgung unverzichtbar.